Mahnwache Hubertusmesse

Alljährlich finden Anfang November unzählige Hubertusmessen im ganzen Land statt; die "Erntedankfeste" der Jäger. Gefeiert wird zu Ehren des Heiligen Hubertus, der der Legende nach selbst ein leidenschaftlicher Jäger war. Als er eines Tages einen Hirsch erschießen wollte, drehte sich dieser zu ihm um, zwischen seinem Geweih erstrahlte ein Kreuz und in der Gestalt des Hirsches sagte Gott zu ihm: "Hubertus, warum jagst du mich?" Seitdem entsagte er der Jagd.
Der Sinn dieser Legende sollte nun eigentlich sein, dass der Mensch in Frieden mit Natur und Tieren leben und sie nicht töten sollte. Trotzdem ist Hubertus heute der Schutzpatron der Jäger, in seinem Namen wird die Jagd auf über 5 Millionen Tiere im Jahr gesegnet.

© Animalia

Um auf diesen Widerspruch aufmerksam zu machen, trafen sich insgesamt 12 Tierschützer verschiedener Vereine am Abend des 5. November 2011 vor der Kirche St. Urban in Freiburg. Mit Transparenten, Plakaten und Flyern ausgerüstet positionierten wir uns vor dem Eingang der Kirche. Große Mengen an Besuchern strömten zu Beginn der Messe an uns vorbei, einige mit neugierigen, viele verständlicherweise mit grimmigen Blicken. Manche Menschen provozierten wir wohl nur durch unsere bloße Anwesenheit, denn laute Worte mussten wir ebenso wie eindeutige Gesten über uns ergehen lassen. Einige ließen sich aber auch auf ein kleines Gespräch ein. Auch der Pfarrer nahm von unserer Anwesenheit Kenntnis.

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Begleitet wurde die Messe von lauten Jagdhornbläsern, die sogar vor der Kirche zu hören waren. Die "freie" Zeit während des Gottesdienstes nutzten wir, um Flyer an parkende Autos zu heften. Als der Gottesdienst beendet war und alle Leute wieder aus der Kirche strömten, positionierten wir uns an den Ausgängen und verteilten Flyer. Wundersamerweise war die anfängliche Aggressivität gegenüber uns beinahe völlig verschwunden, die Leute kamen sogar auf uns zu und baten um einen Flyer, fragten neugierig, warum wir hier seien und nur noch von wenigen kam eine völlig ablehnende Haltung. Den Grund dafür erfuhren wir erst ganz am Ende der Aktion, als wir schon dabei waren, unsere Sachen zusammen zu packen: Der Pfarrer höchstpersönlich kam zu uns und erklärte, dass er uns mit in seine Predigt aufgenommen hatte und dass wir hier nicht umsonst stehen und für Ehrfurcht und Barmherzigkeit kämpfen würden. Ebenfalls erwähnte er, dass er weder die Jagd noch die Gewehre gesegnet habe, sondern den Wald und dessen Lebewesen.

Derart positiv überrascht über die Wendung dieses Abends waren wir uns alle einig, dass sich die Aktion trotz anfänglicher Schwierigkeiten gelohnt hatte.

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Aufgrund vermehrter Anfragen möchten wir darauf hinweisen, dass wir kein eigenes Tierheim führen und daher keine Auslandseinsätze vermitteln können.

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