Mitarbeit im Tierheim PAWS-Patas

"Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen."

Auch wenn wir es anfangs kaum glauben konnten, begann unser Traum, die Mitarbeit in einem Tierheim im Ausland, im Februar 2012 tatsächlich Realität zu werden. Per Zufall stießen wir im Internet auf die Seite des in Südspanien gelegenen Tierheimes PAWS-Patas, welches regelmäßig Freiwillige sucht, die bei den täglich anfallenden Arbeiten im Tierheim im Austausch für eine Unterkunft helfen. Wir nahmen den Kontakt zum Tierheim auf und bald wurde unsere Planung so konkret, dass wir einen Flug nach Spanien für den 3. April 2012 buchten.

An eben diesem Tag machten sich Carina, Andrea und Mayleen um vier Uhr morgens auf dem Weg zum Flughafen nach Basel, um von dort nach Alicante zu fliegen. Natürlich waren wir sehr gespannt, was die Tage bei Paws für uns bringen würden, denn Südspanien und die Arbeit in einem Tierheim waren Neuland für uns alle.

Als wir nach der mehrstündigen Reise endlich am Tierheim ankamen, fühlten wir uns nicht nur wegen der wunderschönen Landschaft sofort heimisch, auch die Tierheimmitarbeiter waren alle sehr freundlich und hilfsbereit. Gleich auf unserem ersten Rundgang durch das Tierheim, welches zu diesem Zeitpunkt etwa 65 Hunde und 20 Katzen beherbergte, verloren wir unser Herz an die wunderbaren Tiere, die dort auf ein Zuhause warteten. Egal ob groß oder klein, schüchtern oder extrovertiert, Welpe oder Senior - bei Paws lässt sich für jeden Hunde- oder Katzenliebhaber das passende Tier finden. Auch in unserem gemütlichen Wohnwagen, in dem wir während unseres Aufenthaltes lebten, fühlten wir uns gleich wohl.

Die Caravans der Freiwilligen © Animalia

Die Arbeit

An unserem ersten Arbeitstag waren wir dann natürlich sehr gespannt darauf, was uns genau erwarten würde. Wie wir feststellen würden, ist der Ablauf jeden Tag ähnlich. Man trifft sich morgens im Büro, bekommt einen Bereich zugeteilt und macht sich dann in den ersten Tagen zusammen mit einem erfahrenen Tierheimmitarbeiter oder anderen Freiwilligen auf den Weg, um loszulegen. Die tägliche Arbeit beinhaltete das Aufsammeln des Kots, Säubern der Zwinger, Verabreichung von Medikamenten, Wasser nachfüllen, Füttern etc. Auch wenn es teilweise sehr anstrengend war, gerade wenn man viele Kennels in einer Schicht zu putzen hatte, so hat die Arbeit auch immer sehr viel Spaß gemacht, denn die wundervollen Hunde, für die wir sie taten, waren es auf jeden Fall wert.

Nachdem wir zwei - drei Tage unter Aufsicht gearbeitet hatten, durften wir unsere Bereiche auch bald alleine bearbeiten. Wir waren uns der Verantwortung, die wir nun für die Hunde trugen, wohl bewusst und freuten uns über das Vertrauen, das die Tierheimleitung in uns setzte. Wir alle entwickelten schnell eine enge Beziehung zu "unseren" Hunden, die wir zweimal täglich versorgten, deren Eigenheiten und Vorlieben wir kennen und lieben lernten und die wir am liebsten am Ende unseres Aufenthaltes alle mit nach Hause genommen hätten.

Die Hunde, um die wir uns kümmerten, hätten verschiedener nicht sein können. Da gab es welche, die schon seit längerem im Tierheim waren und sich vom Angstbeißer zum Schmusehund entwickelt hatten, noch schüchterne Neuzugänge oder absolute Charakterhunde, in die man sich einfach verlieben musste. Natürlich bemühten wir uns, Zeit mit allen Hunden zu verbringen, ihnen Zuneigung zukommen zu lassen oder Kleinigkeiten mit ihnen zu üben, zum Beispiel den richtigen Umgang mit Menschen oder das Laufen an der Leine.

Beim Spazieren laufen mit den Tierheimhunden © Animalia

Spazieren gehen gehörte zwar nicht offiziell zu unseren Aufgaben, dennoch schnappten wir uns in den Pausen immer ein paar Vierbeiner, mit denen wir die Umgebung erkunden konnten und die sich immer sichtlich über die Abwechslung, die ihnen ein Spaziergang bot, freuten.

Mit den zahlreichen Welpen, die zu dem Zeitpunkt im Tierheim wohnten, beschäftigten wir uns natürlich auch ausgiebig. Die Arbeit mit ihnen beinhaltete zum Beispiel die Gewöhnung an Halsbänder oder den richtigen Umgang mit Spielzeug; wichtig war aber auch, dass sie lernten, wie sie mit einem Menschen (im Vergleich zu einem anderen Welpen) spielen müssen, da wir kein Fell haben, welches uns beim Spielen schützt.

Ein Teil der Welpen © Animalia


Während wir bei Paws gearbeitet haben, wurden insgesamt sieben Hunde am Tor ausgesetzt, zu vier von ihnen entwickelten wir eine besonders große Zuneigung.

G-Puppies

Andrea & George, Carina & Geoffrey, Mayleen & Geronimo © Animalia

Eigentlich wollten wir an unserem ersten Abend früh ins Bett gehen, damit wir für den ersten Arbeitstag am nächsten Morgen fit sein würden, doch diese Rechnung hatten wir ohne den Menschen gemacht, der plötzlich mit seinem Wagen vor das Tierheimtor fuhr, eine Kiste aus dem Auto lud und, noch ehe wir reagieren konnten, wieder davon raste. Auch wenn wir im ersten Augenblick noch sehr überrumpelt waren, so rannten wir nun sofort zum Tor und während Mayleen und eine der schwedischen Freiwilligen versuchten, dem Wagen hinterher zu laufen, um das Kennzeichen notieren zu können, sahen sich Carina und Andrea den Inhalt der Kiste an: Drei mit Zecken übersähte, unterkühlte und völlig abgemagerte sowie dehydrierte Hundebabys.

Die drei wurden sofort in das warme Office gebracht um erst einmal ihre Körpertemperatur etwas zu erhöhen. Am Anfang waren wir sehr skeptisch, ob die Kleinen die Nacht überleben würden, weil ihr Zustand wirklich besorgniserregend war, aber nachdem wir die Zecken entfernt hatten, boten wir den Kleinen, die auf 4-5 Wochen geschützt wurden, eine kleine Mahlzeit an, die alle drei mit großem Appetit aßen.

Danach wurden Namen für alle drei gesucht und wir beschlossen, sie George, Geronimo und Geoffrey zu taufen. Die Drei sollten uns unseren kompletten Aufenthalt lang begleiten und auch diejenigen Hunde sein, von denen wir uns am 12. April am schwersten verabschieden konnten. Die Entwicklung von den drei völlig verängstigten Babies zu schon beinahe selbstbewussten Welpen in der kurzen Zeit, in der wir uns um sie kümmerten, ist etwas, woran wir uns noch lange erinnern werden.

Tessie

Tessie beim Sonnenbaden © Animalia

An unserem dritten Tag bei Paws wurde morgens eine Box mit einer kleinen Hündin am Tor entdeckt. Das kleine Mädchen, von uns Tessie getauft, hatte große Probleme im Hüftgelenk und konnte kaum laufen. Obwohl sie offensichtlich schlechte Erfahrungen gemacht hatte (wir vermuten, dass sie von einem Auto angefahren wurde), war sie von Anfang an ein unglaublich liebevoller Hund, der Streicheleinheiten und die Aufmerksamkeit der Tierheimmitarbeiter sichtlich genoss. Auch wenn Laufen ihr sichtlich Mühe bereitete, war ihr zum Beispiel keine Strecke zu weit, um die Nähe zu einem von uns zu suchen, wenn wir gerade durch ihr Gehege liefen.

Beim Röntgenbild, welches einige Tage nach ihrer Ankunft im Tierheim gemacht wurde, wurde festgestellt, dass ihre Hüfte an vier Stellen gebrochen ist, zudem wurden Rückstände von Kugeln in ihrem Körper gefunden. Der Tierarzt bezeichnete es als Wunder, dass sie überhaupt noch laufen konnte und gab ihr einen Probemonat, in dem sich ihr Zustand hoffentlich verbessern sollte, da man anonsten über Einschläfern nachdenken müsste. Eine operative Lösung für sie gibt es nicht.

Da Tessie uns allen ans Herz gewachsen ist, hoffen wir natürlich sehr, dass sie sich erholt und vielleicht irgendwann wieder schmerzfrei laufen kann. Dass ein Hund, der nicht nur wahrscheinlich angefahren, sondern auch angeschossen wurde, noch so viel Vertrauen zu Menschen hat, hat uns alle tief bewegt.


Als wir am Ende unseres Aufenthaltes unsere Koffer packen und wieder die Heimreise antreten mussten, taten wir dies nur schweren Herzens, denn zu gerne hätten wir noch mehr Zeit dort verbracht.
Wir wollten aber nicht gehen, ohne der Tierheimleitung noch eine Spende über 150 € von Animalia überreicht zu haben, mit der hoffentlich ein Teil der Tierarztrechnungen für die G-Puppies und Tessie beglichen werden kann.

Die Spendenübergabe © Animalia

Insgesamt waren die Tage, die wir bei Paws verbringen durften, schöner und erlebnisreicher, als wir es uns je erträumt hatten. Wir sind glücklich darüber, so viele tolle Menschen und Hunde kennen gelernt zu haben und hoffen, Paws auch längerfristig unterstützen zu können, zum Beispiel durch unsere Sachspendensammlung.

Falls ihr Paws selbst unterstützen wollt, sind auch Geldspenden immer willkommen, um die enorm hohen laufenden Kosten des Tierheimes begleichen zu können. Aber auch Freiwillige werden immer gesucht, also zögert nicht, selbst mit Paws in Verbindung zu treten!

Ein Überblick über unsere Zeit bei Paws © Animalia

Eine erneute Reise nach Südspanien ist bereits in Planung und kann hoffentlich diesen Sommer umgesetzt werden.

Weitere Fotos findet ihr im Forum oder auf unserer Facebookseite.

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Aufgrund vermehrter Anfragen möchten wir darauf hinweisen, dass wir kein eigenes Tierheim führen und daher keine Auslandseinsätze vermitteln können.

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