Mitarbeit im Tierheim PAWS-Patas, Teil 2

Nachdem Carina, Mayleen und Andrea im letzten Jahr beim spanischen Tierheim PAWS-Patas eine so tolle Erfahrung gemacht hatten, war schnell klar, dass es nicht bei dem einen Mal bleiben würde.
So ergab es sich nach einigem Hin und Her in der Planung, dass Mayleen, Anne und Stefanie vom 19. bis 30. März 2013 erneut nach Südspanien fliegen würden, um bei PAWS mitzuarbeiten.

Am 19. März machten sich Mayleen und Anne vom Flughafen Basel aus auf den Weg, Stefanie kam einen Tag später mit einem anderen Flug von Düsseldorf aus nach. Wie auch im vergangenen Jahr wohnten wir während unseres Aufenthalts in einem der beiden gemütlichen Caravans, die den Freiwilligen für ihre Mitarbeit im Tierheim zur Verfügung gestellt werden. Im anderen Caravan wohnte in unserer ersten Woche eine sehr nette Schwedin, in der zweiten Woche zogen drei holländische Studentinnen ein, die bei PAWS ein 2-monatiges Praktikum absolvierten. Mayleen, die sich vom letzten Jahr schon etwas auskannte, zeigte Anne und Stefanie das Gelände und erklärte ihnen grob die Abläufe.

Beim Spazieren gehen mit den Hunden © Animalia

Die Arbeit

Unsere Arbeitstage verliefen wie letztes Jahr in etwa nach dem gleichen Schema:
Morgens um 9 Uhr treffen sich alle Tierheimmitarbeiter und Freiwilligen im Büro, wo kurz besprochen wird, ob es irgendwelche Besonderheiten gibt und die Medikamente für die Hunde in den jeweilen Bereichen vorbereitet werden. Im Büro hängt auch ein Wochenplan, aus dem ersichtlich ist, an welchen Tagen man wo eingeteilt ist. Dann macht man sich allein oder zu zweit auf den Weg zu seinem jeweiligen Bereich, wo die Arbeit beginnt: Füttern, Kot aufsammeln, Zwinger putzen, ggf. Trinkwasser und Betten erneuern und Medikamente verabreichen stehen auf dem Programm. Die Arbeit der Vormittagsschicht dauert meist bis um 13, manchmal auch kürzer oder länger, je nachdem wie viel zu tun ist. Um 12 Uhr ist "Coffee Break", d.h. man trifft sich draußen bei Kaffee und Keksen am Tisch und es wird besprochen, wie die Arbeit am Vormittag verlaufen ist und wie es den Hunden geht, ob einzelne Tiere krank sind oder Durchfall haben. Nach der Kaffeepause wird fertig geputzt, die Welpen noch einmal gefüttert und ggf. noch einmal Medizin verabreicht. Wenn alles erledigt ist, hat man offiziell Pause bis 15.30 Uhr. In dieser Zeit sind wir häufig mit den Hunden spazieren gegangen, haben etwas zu Mittag gegessen und uns ein wenig ausgeruht. Um 15.30 Uhr beginnt dann die Nachmittagsschicht, die im Prinzip genauso abläuft wie die Vormittagsschicht, nur dass die Zwinger nicht mehr ganz so gründlich geputzt werden müssen - es seidenn, die Hunde haben Durchfall oder die Zwinger sind wieder sehr dreckig.

Handschuhe und Kittel waren auch im Hunting Block Pflicht © Animalia

In der ersten Woche gab es insofern Besonderheiten, als dass nicht nur für den üblichen Quarantäne-Bereich, für den Mayleen zuständig war und in dem alle Hunde, die neu ins Tierheim kommen, untergebracht sind, besondere Bedingungen galten - d.h. Schuhdesinfektion und das Tragen von Hygienekittel und Einmalhandschuhen - sondern auch im Hunting Block, wo Stefanie die gesamte Zeit über eingeteilt war. Für sie begann der erste Arbeitstag leider mit einer sehr traurigen "Aufgabe" - ein etwa zwölf Wochen alter Welpe, dem es bereits in den beiden Tagen zuvor sehr schlecht gegangen war, lag am Morgen tot in seinem Zwinger. Da zunächst völlig unklar blieb, woran der Welpe gestorben war, wurde daraufhin der gesamte Hunting Block ebenfalls in einen Quarantänestatus versetzt, was u.A. für die Hunde bedeutete, dass sie vorerst keinen Auslauf mehr erhielten.
Die Hunde im Front-Bereich, für den Anne zuständig war, hatten es da deutlich besser - sie durften jeden Tag morgens und abends für jeweils gut 20 Minuten im großen Auslauf spielen und toben. Mayleen und Stefanie bemühten sich daher umso mehr, den Hunden, die den ganzen Tag in ihren Zwingern bleiben mussten, anderweitig etwas Aufmerksamkeit zu bieten und Abwechslung zu verschaffen, wenngleich leider die Zeit dafür aufgrund des erhöhten Hygienestandards eher knapp bemessen war.

In den knapp zwei Wochen unseres Aufenthalts wurden insgesamt drei Hunde am Tierheim ausgesetzt: Zwei Hunde fand Anne an unserem zweiten Tag zufällig mittags bei einem Spaziergang an einem Zaun vor dem Tor angebunden. Sie wurden gemeinsam ins Tierheim gebracht, versorgt und - entsprechend ihrer Rassen - Galga und Crossbree getauft. Bei Galga lag die Vermutung nahe, dass es sich womöglich um eine trächtige Hündin handelte, da sie für einen Galgo doch einen recht dicken Bauch hatte, ansonsten aber genau wie Crossbree gepflegt, jedoch unkastriert war.

Galga und Crossbree © Animalia

An unserem letzten Tag hörten die drei holländischen Freiwilligen, die zu dem Zeitpunkt ebenfalls im Tierheim mitarbeiteten, plötzlich Hundegebell von draußen. Als sie nachsehen wollten, fanden sie einen Hund, der wohl wenige Augenblicke zuvor in unmittelbarer Nähe zum Tierheim ausgesetzt worden war - lieblos mit einem Stück Schnur an einem Baum angebunden. Auch er wurde im Tierheim versorgt und auf den Namen Landau getauft. Die meisten anderen Hunde, gerade Welpen, die in der Zeit auf der Straße gefunden worden sind, wurden aufgrund des Quarantänestatus' in zwei Bereichen nicht im Tierheim selbst aufgenommen, sondern in Pflegefamilien untergebracht.

Der Strick, mit dem Landau an den Baum gebunden war. © Animalia

Nachdem die gesamte erste Woche von den Quarantäne-Maßnahmen etwas überschattet war, gab es zu Beginn der zweiten Woche gleich mehrere sehr erfreuliche Neuigkeiten: Da man nach umfangreichen Untersuchungen des verstorbenen Welpen Primo und einer Woche des Abwartens davon ausgehen konnte, dass es sich nicht um eine ansteckende Erkrankung wie etwa den Parvovirus handelte, wurde die Quarantäne im Hunting Block wieder aufgehoben. Wir durften die Zwinger also wieder normal betreten und auch die Hunde wieder ohne Handschuhe streicheln, außerdem bekamen die Hunde wieder ihren täglichen Auslauf und wir durften auch wieder mit ihnen spazieren gehen. Besonders für die Welpen war das natürlich toll, da die beiden Welpengruppen aus dem Hunting Block normalerweise gemeinsam im Auslauf spielen und toben dürfen, während der Quarantäne jedoch dauerhaft getrennt bleiben mussten.

Über diesen ersten gemeinsamen Auslauf durften sich auch zwei weitere Welpen freuen: Daiva und Ralph. Die beiden waren erst Mitte März ausgesetzt worden und mussten erst einige Zeit einzeln in ihren Zwingern in der Quarantäne verbringen, bevor sie sich endlich zu den anderen Welpen im Auslauf gesellen konnten. Beide waren am Anfang noch etwas scheu und unbeholfen angesichts der Tatsache, dass plötzlich sieben andere Hunde um sie herumwuselten, fanden jedoch bald Gefallen an der neuen Situation. Sie zogen noch am selben Tag von der Quarantäne in den Hunting Block um - Daiva, die zunächst etwas schüchterner war, kam in eine Gruppe mit vier anderen Welpen, in der zuvor auch Primo gelebt hatte. Ralph, etwas größer und durchsetzungsfähiger, durfte zu den drei anderen etwas größeren Welpen ziehen. Zwei weitere Hunde, Kanuto und Yaiza, die erst Mitte März ins Tierheim gekommen waren und bis dahin ebenfalls alleine in der Quarantäne gelebt hatte, durfte am gleichen Tag in verschiedene Gruppen in den Back-Bereich ziehen.

Ralph und Daiva nach ihrer Entlassung aus dem Quarantäne-Bereich © Animalia

Insgesamt war auch in diesem Jahr der Aufenthalt bei PAWS für uns alle drei eine wundervolle, lehrreiche und sehr lohnende Zeit - trotz einiger trauriger und anstrengender Momente, wie sie leider natürlich auch immer dazugehören. Dennoch ist es ein unglaublich schönes Gefühl, einige der Vierbeiner bei ihrem hoffentlich kurzen und vorübergehenden Aufenthalt im Tierheim zu begleiten und ihnen dort so viel Aufmerksamkeit, Fürsorge und Liebe wie möglich zukommen zu lassen. Uns allen sind die Hunde, um die wir uns kümmerten, sehr ans Herz gewachsen und es fiel uns schwer, Abschied zu nehmen - besonders auch von den Hunden, die schon sehr lange im Tierheim sitzen und auf ein Zuhause warten. Gerade bei den Hunden, die Mayleen noch vom letzten Jahr kannte, war es traurig, schon zum zweiten Mal tschüss sagen und sie zurück lassen zu müssen.
Umso mehr freut uns aber die eigentlich hohe Vermittlungsquote von PAWS, denn allein im letzten Jahr konnten insgesamt 321 Hunde im In- und Ausland vermittelt werden!

Übergabe von 400 € © Animalia

Das unermüdliche Engagement der Leute, die sich Tag für Tag für das Tierheim und die Hunde einsetzen, hat uns auch dieses Mal wieder sehr beeindruckt, sodass wir uns unheimlich gefreut haben, PAWS-Patas Shelter Managerin Didi Arias erneut eine Spende von Animalia in Höhe von 400 € überreichen zu können. Wir wissen, dass das Geld dort genau an der richtigen Stelle ankommt und hoffen, damit zumindest wieder einen kleinen Beitrag zur Begleichung der laufenden Kosten wie Futter, Tierarztkosten und Instandhaltung geleistet zu haben. Falls ihr selbst Interesse habt, PAWS zu unterstützen, so findet ihr auf deren Internetseite viele Informationen. Wir sind uns sicher, dass dieser Aufenthalt nicht der letzte gewesen ist.


Weitere Fotos und Videos von unserem Aufenthalt findet ihr auf unserer Facebookseite sowie auf unserem Youtube-Channel.

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Aufgrund vermehrter Anfragen möchten wir darauf hinweisen, dass wir kein eigenes Tierheim führen und daher keine Auslandseinsätze vermitteln können.

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