Qualzuchten

Einführung

Qualzucht ist ein sehr heikles Thema in Deutschland. So existiert zwar ein Qualzuchtparagraph (§11b TierSchG), der besagt dass "es verboten [ist], Wirbeltiere zu züchten [...], wenn damit gerechnet werden muss, dass bei der Nachzucht [...] erblich bedingte Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.", doch dessen Anwendung fällt eher dürftig aus. Weiterhin besagt das Tierschutzgesetz: "Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen." (§1 TierSchG). Man sollte meinen, dass dies ausreiche um weiter unten aufgeführte Qualzuchten zu verbieten, doch der Nachweis, ab wann ein Tier eine Qualzucht ist oder nicht und wann ein vernünftiger Grund vorhanden ist, scheint sehr schwierig zu sein. Wir sehen es allerdings nicht als "vernünftigen Grund" an, wenn Tiere aus einem Leistungsdruck heraus leiden müssen oder gar aufgrund von ästhetischen Gesichtspunkten. Aus wissenschaftlicher Sicht wird eine Qualzucht dann als solche bezeichnet, wenn Organe, Körperteile oder Verhalten bei Individuen so verändert sind, dass sie ihrer ursprünglichen Funktion nicht mehr gerecht werden oder dadurch vermehrt Erkrankungen auftreten. Orientieren sollte man sich dabei vor allem an den Wildformen. So ist es zum Beispiel offensichtlich, dass der kurze runde Kopf mit zurückgezüchteter Nase von einem Mops nicht dem entspricht, was gesund ist, wenn man dies im Vergleich zum Wolf betrachtet.
Was sind nun die Konsequenzen, die Tiere wegen der Interessen der Menschen tragen müssen?

Landwirtschaftliche Nutztiere

Masthühner legen in kürzester Zeit an Gewicht zu © Dokumentiere

Bei landwirtschaftlichen Nutztieren, die vor allem für Fleisch-, Eier- und Milchproduktion verwendet werden, ergibt sich die Qualzucht aus dem wirtschaftlichen Druck heraus, dass jedes einzelne Tier immer mehr leisten muss und immer mehr Geld einbringen sollte.
Tiere, die der Fleischproduktion dienen, sollen einen möglichst großen Muskelfleischanteil vorweisen und dabei zeitgleich in Rekordtempo ihr Schlachtgewicht erreichen. Hühner beispielsweise haben beim Schlüpfen ein Gewicht von etwa 42g; ihre Schlachtreife von 2000g erreichen sie bereits nach fünf bis sechs Wochen. Innerhalb kürzester Zeit müssen sie ihr Gewicht dementsprechend um das 48-fache steigern. Bei einer solch rasanten Gewichtszunahme würde ein 6 Wochen altes Kind bereits über 140kg wiegen. Für den Produzenten ist das äußerst profitabel, für das Huhn aber alles andere als gesund, denn die Entwicklung der Muskelmasse erfolgt um ein Vielfaches schneller als die Entwicklung von Knochen und dem Herz-Kreislauf-System. Die Folgen davon sind Knochenprobleme, Gelenkprobleme, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Verdauungsstörungen, Organversagen und Stoffwechselerkrankungen.
Bei Mastgeflügel sind häufige Folgen der übermäßig schnellen Gewichtszunahme vor allem Beinschwäche, Deformierungen der Beine und schmerzhafte Veränderungen an den Fußballen. Folglich liegen Hühner und Puten vemehrt, wodurch sich Brustblasen bilden. Oft kommt es sogar soweit, dass sie am Ende ihrer Mastzeit nicht einmal mehr laufen können. Durch das hohe Gewicht sind sie zudem teilweise nicht mehr dazu in der Lage, sich auf natürliche Art und Weise fortzupflanzen. Auch leiden sie häufig unter Atemnot, weil die Lungen nicht mehr genügend Sauerstoff für die erhöhten Stoffwechselvorgänge transportieren können.
Legehennen dagegen haben einen erhöhten Calcium- und Proteinstoffwechsel. Sie neigen zu Fettleberbildung, Bindegewebsschwäche, Muskelschwäche, Eileiterentzündung und Verhaltensstörungen (Picken, Kannibalismus).

Bestimmte Schweinerassen, die einen besonders hohen Muskelfleischanteil haben, leiden unter einem Defektgen (Maligne-Hyperthermie-Syndrom oder PSS), welches zu einer erhöhten Stressempfindlichkeit der Schweine führt. Durch eine vermehrte Muskelkontraktion kommt es zur übermäßigen Wärmebildung und Anhäufung von schädlichen Stoffwechselprodukten. Stress erhöht diesen Effekt. Wenn so ein Schwein umgestallt wird oder Transportstress hat, verstärken sich dementsprechend diese Symptome. Das ohnehin schon schwache, unterentwickelte Herz dieser hochgezüchteten Schweinerasse kann die Wärmebildung nicht mehr ausgleichen und somit verendet das Tier.

Auch bei Milchkühen ist der Stoffwechselhaushalt deutlich erhöht und der Hormonhaushalt häufig durcheinander. Immerhin gibt eine deutsche Kuh mittlerweile durchschnittlich über 8.000l Milch pro Jahr. Kurz nach der Geburt kann es zu Calcium-Mangel kommen, außerdem leiden viele Milchkühe unter Euterentzündungen (Mastitis), Fruchtbarkeitsstörungen sowie Klauen- und Gliedmaßenerkrankungen aufgrund der hohen Last durch den prall gefüllten Euter. Die wichtigste Milchkuhrasse in Deutschland und weltweit ist die Holstein Friesian, welche oft sehr dünn sind, da ihre Energie in die Milchproduktion geht. Oft kann man mit dem bloßen Auge die Anzahl der Rippen abzählen.
Ein sehr extremes Beispiel bei Fleischkuhrassen ist die Weißblaue Belgier, deren Aussehen dem eines Bodybuilders gleicht. Die übermäßige Muskelfülle beruht auf einer Mutation, welche bewirkt, dass das Muskelwachstum nicht mehr gesteuert werden kann und somit übermäßig auswuchert. Da die Kälber schon vor der Geburt sehr breit werden, kann die Weißblaue Belgier ihren Nachwuchs nicht mehr auf natürliche Art und Weise gebären. Jedes Kalb kommt somit per Kaiserschnitt auf die Welt. In Deutschland wird diese Rasse zwar nicht in ihrer reinen Form gezüchtet, jedoch sehr gerne in andere Rassen eingekreuzt.

Haus- und Heimtiere

Der Mops bekommt durch seine kurze Schnauze kaum Luft © Animalia

Bei Hunden ist die Anzahl an Qualzuchten besonders ausgeprägt und zugleich in besonderem Maße unsinnig. Vorweg möchte erwähnt sein, dass diese Auflistung von Heimtierrassen nur eine grobe Übersicht repräsentieren soll über die häufigsten und wichtigsten Formen von Qualzuchten. Jedoch sind viele Hunderassen und Krankheiten überhaupt nicht erwähnt.

Sogenannte brachycephale (kurzköpfige) Hunderassen neigen zu extrem vielen Krankheiten. Dies betrifft alle Hunde mit besonders runden und kurzen Köpfen, großen hervortretenden Kulleraugen, verengten Nasenöffnungen und kurzen Schnauzen. Betroffen sind hierbei vor allem die Hunderassen Mops, Bulldogge, Pekinese, Chihuahua, Yorkshire und Boxer. Bei den Katzen gehören Perser und Exotic Shorthair zu dieser Gruppe. Diese menschenähnliche Kopfform soll dem Kindchenschema besonders nahe kommen, was bekanntlich das Fürsorgeempfinden des Menschen aktiviert. Man findet es irgendwie 'süß' und will sich direkt um diese schon eher hilflos wirkenden Wesen kümmern. Dass dies allerdings zu Lasten der Gesundheit des Tieres geht, wissen viele nicht oder ignorieren es gekonnt. Die Brachycephalie führt zu massiven Problemen, da zwar die Schädelknochen kleiner geworden sind, jedoch nicht die Weichteile im Schädel (weicher Gaumen, Gehirn, Nasenmuscheln). Dies führt zu Atem- und Schluckbeschwerden, Augenproblemen, Kiefer- und Zahnfehlstellungen, Gehirntumoren, Wasserkopfbildung und Schwergeburten. Die Nasenmuscheln, die extrem wichtig für die Thermoregulation beim Hund sind, sind stark verkleinert und werden kaum belüftet. So kann es bei starker körperlicher Anstrengung oder erhöhter Wärme zu massiven Atemproblemen bis zum Kreislaufkollaps kommen. Schon ab 20°C bekommen solche Hunderassen nachweislich Probleme mit dem Wärmehaushalt. Wenn ein Mops schnarcht, ist das also nicht "süß" und "nett", sondern eine ernstzunehmende körperliche Beeinträchtigung, die nicht selten mit einer OP endet, bei der die Nasenlöcher erweitert werden oder das weiche Gaumensegel gekürzt.

Bulldoggen sind besonders betroffen, da sie zusätzlich unter häufigen Augen- und Ohrenproblemen leiden, sowie Hautentzündungen, immunologischen und neurologischen Problemen. Im Bewegungsapparat tauchen häufiger Behinderungen auf, sodass Tiere dieser Rasse durchschnittlich nur sechs Jahre alt werden. Auch der natürliche Deckakt sowie die natürliche Geburt funktionieren oft nicht mehr, weshalb 86% der Geburten per Kaiserschnitt erfolgen.

Eine andere Form der Qualzucht ist der Zwergwuchs. Dies betrifft in besonderem Maße Chihuahuas, aber auch Pekinesen und Yorkshire Terrier. Oft kann sich der Körper nicht vollständig entwickeln, was zu verkleinerten Organen führt, Fehlstellung von Knochen und Gelenken, Atemstörungen oder Kollaps der Luftröhre, Schwergeburten, Stoffwechselerkrankungen, Lähmung, Bandscheibenvorfall und unterentwickelten Knochen. Besonders erschreckend ist auch die Tatsache, dass oft das Schädeldach nicht vollständig zusammen wächst, was zu Fontanellen-Bildung führt. Wenn also ein Gegenstand auf den Kopf dieses Hundes fällt und kein Schädelknochen schützend über dem Gehirn liegt, kommt es schnell zu starken Schädigungen.

Ebenso schädlich ist der Riesenwuchs bei Hunden (Deutsche Dogge, Irischer Wolfshund, Mastiff). Aufgrund des sehr schnellen Wachstums der Rasse und der hohen Beanspruchung des Bewegungsapparates, kommt es oft zu chronischen Gelenks- oder Knochenerkrankungen wie z.B. Arthrose, Osteochondrose, Hüftgelenksdysplasien oder Wirbelsäulenerkrankungen. Gewiss kann man durch exakte Fütterung einigen Krankheiten vorbeugen, doch daran dass der ganze Körper durch dessen übermäßige Größe vollkommen überbelastet ist, ändert das nichts. Die Organe sind einer höheren Belastung ausgesetzt und daher oft vergrößert. Besonders das Herz leidet darunter und kann verschiedene Erkrankungen ausbilden. Sehr häufig ist beispielsweise die Dilatative Kardiomyopathie, eine Erkrankung des Herzmuskels, bei der es der Herzmuskel nicht mehr schafft, genügend Blut durch den Körper zu pumpen. Auch Magendrehungen gehören zu den typischen Erkrankungen von großwüchsigen Hunden. Eine Deutsche Dogge wird im Durchschnitt nur 7 Jahre alt.

Nackthunden (Chinesischer Schopfhund, Mexikanischer Nackthund, Peruanischer Nackthund) und Nacktkatzen (Sphinx) fehlt das robuste Fell, welches sie sowohl vor der Sonne, als auch vor der Kälte schützt. Haustiere dieser Rassen zeigen daher eine gestörte Thermoregulation. Auch gegen Nässe sind sie deutlich empfindlicher, im Sommer werden sie zudem von Sonnenbrand oder Mückenbefall geplagt. Im Winter hingegen müssen sie mit zusätzlichen Decken ausgestattet werden. Die Haarlosigkeit basiert auf einer Genmutation, die auch andere Folgen mit sich bringt, wie schwere Gebissanomalien. Denn das Gen, welches den Haarwuchs steuert, steuert zugleich auch den Zahnwuchs. Desweiteren leiden diese Hunde und Katzen häufiger an Immunschwächen und allergischen Reaktionen.
Der Unterschied von Nackthunden zu anderen Hunderassen ist, dass die Haarlosigkeit in diesem Fall nicht dem Menschen zu Verdanken ist, sondern unserer Natur. Der Mensch ist nur derjenige, der das ganze ansehnlich findet und diese Genmutation aufrecht erhält. Natürlich ist demnach der Nackthund keine klassische Qualzucht, jedoch trotz allem erwähnenswert, da bestimmte körperliche Nachteile aus dieser Zucht resultieren.

Übermäßige Hautfalten, herabhängende Augenlider und sehr lange Ohren (Shar Pei, Basset Hound, Bloodhound, Cocker Spaniel) rufen geradezu Infektionen hervor. Egal ob Milben, Bakterien oder Hefen - zwischen den Hautfalten oder beschützt von langen hängenden Ohren lässt es sich wunderbar leben und heranwachsen. Neben den genannten Erregern kann es am Auge zu zahlreichen anderen Erkrankungen kommen, wie beispielsweise dem grünen Star oder einem Nickhautdrüsenvorfall. Auch Allergien kommen gehäuft vor. Wenn dazu noch ein verhältnismäßig langer Körper kommt, wie beim Basset Hound oder auch beim Dackel mit seinen kurzen krummen Beinchen, sind zusätzlich bestimmte Bewegungs- und Wirbelsäulenerkrankungen wie Lähmungen und Bandscheibenvorfälle vorprogrammiert.

Cocker Spaniel leiden oft unter Ohrenentzündungen © Animalia

Der Rhodesian Ridgeback besitzt als wichtiges Rassecharakteristikum den Fellstrich, der entlang der Wirbelsäule in entgegengesetzter Richtung verläuft. Dies wird durch eine Veränderung an der Wirbelsäule erreicht, die es auch beim Menschen gibt. Spina Bifida (offener Rücken) ist eine embryonale Neuralrohrschädigung. Der Rhodesian Ridgeback besitzt diese Erkrankung sozusagen in sehr milder Form, vererbt sie jedoch nicht immer an alle Nachkommen weiter. So werden immer wieder Ridgebacks ohne den "Ridge" geboren, die zwar gesundheitlich besser gestellt, jedoch in der Zucht nicht erwünscht sind und daher aussortiert werden.
Die Spina Bifida an sich ist in der Regel harmlos, jedoch kann sie die Bildung eines Dermoidsinus begünstigen, einer Zyste (meist im Rückenbereich) die entfernt werden muss, da sie sich sonst plötzlich entzünden kann. Dadurch kann es zur Abszessbildung kommen und letztendlich zur Hirnhautentzündung.

Auch Züchtungen auf bestimmte Fellfärbungen erfreuen sich großer Beliebtheit, gehen jedoch teilweise auf Gendefekte zurück, die auch andere Auswirkungen auf den Körper des Tieres haben können. Weiße Fellfarben, weiße Abzeichen und Scheckungen bei manchen Hunderassen (nicht bei allen) resultieren aus einem Gendefekt, welches zur Pigmentarmut führt. Leider kann eine komplett oder überwiegend weiße Fellfarbe beim Hund zu Taubheit führen, wobei besonders die Rassen Dalmatiner, Dogo Argentino und der Bullterrier betroffen sind. Beim Dalmatiner werden über 20% der Hunde taub, was eine recht beträchtliche Zahl darstellt. Doch auch in einer anderen Sache weist der Modehund Dalmatiner eine Besonderheit auf: in dessen Harnzusammensetzung. Mehrere Defekte im Harnstoffwechsel führen bei ihm dazu, dass Harnsäure schwieriger abgebaut und ausgeschieden werden kann. Dies kann dazu führen, dass sich Harnsäure in den Harnorganen ansammelt und es zur Bildung von Harnsäuresteinen kommt. Dalmatinerbesitzer müssen daher besonders auf die Ernährung ihres Hundes achten, denn dadurch kann die Harnsäureproduktion beeinflusst werden.
Zu unterscheiden von Hunden mit weißer Fellfarbe (Samojede, weißer Schüferhund) sind die Albinos, wobei es hierbei verschiedene Ausprägungen gibt. Wichtiges Merkmal ist jedoch, dass Albinos oft unter hoher Lichtempfindlichkeit und Augenproblemen leiden und anfällig für Hauterkrankungen und Hauttumore sind, womit sie zu den Qualzuchten zählen.

Bei Merle-Hunden tritt häufiger Taubheit auf © Animalia

Eine spektakuläre und beliebte Fellfärbung ist die Merleform (Blue Merle, Red Merle). Vor allem Hütehunderassen zeigen diese Farbvarianten. Die Merleform beruht auf einem Gendefekt, die oft mit Missbildungen von Augen und Ohren einhergeht und sogar zu Gleichgewichtsstörungen führen kann. Letzteres ist vor allem daran zu erkennen, dass diese Hunde nicht mehr dazu in der Lage sind, im Wasser zu schwimmen. Desweiteren haben Züchter damit zu kämpfen, dass einige Hunde Herzfehler haben, unfruchtbar werden oder gar nicht erst das fruchtbare Alter erreichen. Denn auch die Welpensterblichkeit ist hoch, bei der homozygoten Merleform sogar bei bis zu 47%. Aufgrund der Gefahren, welche der Merlefaktor birgt, wird von Experten dringend von der Zucht dieser Fellfarbe abgeraten bzw. sogar auf ein Verbot im Sinne des Qualzuchtparagraphen bestanden.

Kaninchen und Meerschweinchen

Die Ohren der Widder sind zu groß... © Animalia

...die der Zwergkaninchen zu klein. © Animalia

Für Kaninchen sind die Ohren sehr wichtig für die Wärmeabgabe. Zwergkaninchen können dies nicht in ausreichendem Maß aufgrund ihrer sehr kleinen Ohren; das Widderkaninchen hingegen hat viel zu lange Ohren, die eine Länge (Spannweite) von bis zu 65cm erreichen. Dadurch kommt es zu Bewegungseinschränkungen und Verletzungsgefahr, sowie zu einer zu hohen Wärmeabgabe über die Ohren.
Das langhaarige Rosettenmeerschweinchen zeichnet sich durch Wirbelbildungen im Fell aus. Dies führt zum Verlust der nässe- und kälteabweisenden Fähigkeit des Fells. Zudem gibt es auch Züchtungen von Nacktmeerschweinchen, welche ähnliche Probleme wie Nackthunde und Nacktkatzen haben.

Vögel

Haubenenten leiden unter Sinnesstörungen © Animalia

Einigen Ziervögeln werden aus ästhetischen Gründen übermäßige Federhauben angezüchtet, die zu Sichtbeeinträchtigungen führen sowie Schädel- und Gehirnveränderungen zur Folge haben. Bei Haubenenten z.B. wächst das Schädeldach teilweise nicht mehr zusammen; auch kann es durch Gewebewucherungen in der Schädelhöhle zu Sinnesstörungen, Erblindung und Gleichgewichtsstörungen kommen. Viele Nachkommen dieser Entenrasse sind nicht lebensfähig.
Hochgezüchtete Kropftauben, deren Kropf auf eine Größe von bis zu zwei Tennisbällen aufgeblasen werden kann, leiden unter Kropfentzündungen, verursacht durch Nahrungsreste, die im Kropf verbleiben und damit ansäuern und vor sich hin faulen. Eine weitere Absurdität im Bereich der Qualzuchten stellt die Bodenpurzel-Taube da, die teilweise so weit gezüchtet werden, dass sie kaum oder gar nicht mehr in der Lage ist zu fliegen und stattdessen Purzelbäume auf dem Boden schlägt. Es werden Wettbewerbe veranstaltet, um zu zählen wie oft sich so eine Taube hintereinander überschlagen kann. Eine Form von Belustigung, die auf Kosten des Wohls des Tieres geht.


Videos
Dokumentation - Der Rasse-Wahn und seine Folgen
Dokumentation - Das Geschäft mit der Hundezucht
Die Anatomie des Schädels einer Bulldogge
Gesundheitliche Folgen bei der Hühnermast

Zum Weiterlesen
Qualzuchten im Allgemeinen
Brachycephalie
Fellfarben bei Hunden und deren Folgen
Ein Gutachten der Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierschutz

Quellen

[1] "Physiologie der Haustiere", Enke-Verlag
[2] http://www.tierschutz-landwirtschaft.de/
[3]http://hunde-fellfarben.de.tl/Pigmentierungsdefekte.htm
[4]http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/...publicationFile
[5]http://www.tierkardiologie.lmu.de/

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