Vermehrerhunde

Tiere sind keine Ware! © Animalia

In Deutschland lebend etwa 10 Millionen Hunden, [1] rund 5 Mrd. Euro werden jährlich für die Hundehaltung ausgegeben. [2] Der Markt mit der "Ware Hund" boomt.
Während die verschiedenen Rassen früher alle speziell für einen Aufgabenbereich gezüchtet wurden, werden sie nun mehr und mehr zu "Familienhunden". Der Border Collie hütet Bälle, der Münsterländer jagt Autos und der Retriever führt Blinde durch die Stadt. Die Menschen suchen sich ihren vierbeinigen Gefährten nicht mehr nach ihrer ursprünglichen Arbeitsaufgabe aus, sondern leider allzu oft nach dem Aussehen oder nach Modeerscheinungen. So erfuhr der West Highland White Terrier durch die "Cesar-Werbung" seinen Welpenboom, der Collie wurde durch "Lassie" berühmt und seit "101 Dalmatiner" ist diese gepunktete Rasse jedem Kind ein Begriff. Was "in" ist, wird gekauft. Seien es nun Schuhe oder Hunde.

Dass man mit dem besten Freund des Menschen Geschäfte machen kann, wurde so manch einem schnell klar. Hierbei wird wie bei jeder gut funktionierenden Industrie auf "billige Produktion" gesetzt, um einen möglichst hohen Gewinn daraus zu schlagen. Das geht natürlich auf Kosten der Hunde.
Der eine züchtet in kleinen Hinterhofanlagen, andere machen daraus regelrechte "Hundefabriken", in denen bis zu 800 Hunde vieler Rassen und jeglichen Alters zusammengepfercht werden. [3]
Rassen kleineren Wuchses werden gar manchmal in Wohnungen vermehrt, wo sie in übereinandergestapelten Hundekäfigen ihr Dasein fristen. [4] Manchmal findet man Kisten voller Hundekadaver. Aufbewahrt als Futter für die noch lebenden Hunde? [5]

Welpen werden in behelfsmäßigen Kisten großgezogen © Peta

Die "Zuchthunde" sind oft in einem schrecklichen Zustand. Die Gesäuge der Hündinnen hängen bis auf den Boden, ihre Körper sind von den Narben der Kaiserschnitte (meist ohne tierärztliche Betreuung durchgeführt) gezeichnet. [6] Oft sind sie mangelernährt, zeigen eindeutige Stresssymptome oder sind in ihren Bewegungen aufgrund nicht vorhandener Muskulatur unkoordiniert. Um noch mehr Welpen produzieren zu können, werden den Hündinnen Hormone verabreicht, die zu dreimaliger Läufigkeit im Jahr führen. Das ruft Tumore, Zysten, vereiterte Eierstöcke und Gebärmutterentzündungen hervor. [7]

Langhaarige Hunde müssen nach der Befreiung meist erst mal komplett geschoren werden. Ohne Pflege verdreckt, verfilzt und verfärbt sich ihr Fell, bis sie sich kaum noch richtig bewegen können. [8]

Ein Leben, das nur den Verkaufspreis wert ist. © Peta

Haben die Zuchthunde "ausgedient", werden sie entsorgt. Da die Spritze beim Tierarzt Geld kostet, werden die Vierbeiner erschlagen, erschossen, ausgesetzt, vergraben, ins Wasser geworfen oder gar an andere Hunde verfüttert. [9]

Meist stammen diese "Vermehrerwelpen" aus osteuropäischen Ländern, wie z.B. Polen. Die Hunde können dort billig produziert und in Deutschland verhältnismäßig teuer verkauft werden. Für die Deutschen ein "Schnäppchen", für die Verkäufer ein "Geschäft". Die Welpen werden meist viel zu früh von ihren Müttern und Geschwistern getrennt, sind nicht sozialisiert und nicht auf den Menschen geprägt. Oft bringen sie gar Infektionskrankheiten mit, die hierzulande für "ausgerottet" gehalten wurden. [10]

Viele Welpen sind verwahrlost und krank. © Peta

Die Welpen werden auch auf Autobahnraststätten angeboten und viele Menschen kaufen aus Mitleid einen Welpen "aus dem Kofferraum". Doch mit jedem gekauften "Wühltischwelpen", wird dieses eine Leben zwar verbessert, der Weg für viel mehr Leid jedoch geebnet. Andere bieten die Welpen übers Internet an. Wenn derselbe Züchter viele Rassen verkauft, die Welpen keine Papiere haben oder man die Elterntiere nicht zu sehen bekommt, sollte man hellhörig werden.

Die Kleinen werden nicht auf den Menschen geprägt. © Peta

Gesunde, gut sozialisierte "Rassehunde" haben ihren Preis, denn wer beim Kauf spart, erlebt später oft unliebsame Überraschungen. Viele der Tiere sind / werden krank, leiden unter physischen und psychischen Störungen, denn Inzest, Auslese rein auf das Äußere bedacht und fehlende Kontrollen lassen unglaublich viele Krankheiten entstehen. [11] Viele Welpen müssen gar eingeschläfert werden, da es für sie keine Hoffnung mehr gibt.

In Tierheimen sitzen viele tolle Hunde - auch Rassehunde. Hier wird man eingehend über den Charakter und den Gesundheitszustand informiert. Manche Organisationen wie z.B. "Liberty for Dogs" retten auch ausrangierte Zuchthunde und suchen für sie ein schönes, neues Zuhause.
Wer unbedingt einen Welpen von einem Züchter haben möchte, sollte ihn immer einer genauen Prüfung unterziehen: Die Welpen dürfen nicht vor der 8. Lebenswoche abgegeben werden, das Muttertier muss angesehen werden dürfen und einen gesunden und freundlichen Eindruck machen. Es werden höchstens zwei Rassen gezüchtet und die Welpen wachsen im Haus und mit Familienanschluss auf. Es gibt einen genauen Kaufvertrag. Die Welpen sind geimpft und werden mit einem EU-Pass übergeben. Sie werden nur gegen einen realistischen Preis verkauft. Der Züchter interessiert sich für die Zukunft des Welpen und stellt Fragen. Die Junghunde sehen gesund und gepflegt aus, sind putzmunter und dem Menschen gegenüber aufgeschlossen. [12] Wenn etwas davon nicht zutrifft, sollte man sich lieber einen anderen Züchter aufsuchen oder besser im Tierheim nachschauen.

Wer beim Kauf seines zukünftigen besten Freundes spart, hat langfristig meist nichts zu lachen.
Daher: Augen auf beim Hundekauf!
Die Vermehrerzuchten müssen boykottiert und verboten werden, denn nur so ist das Leid der Hunde langfristig zu stoppen.

Videos:

Rassehunde zum Schnäppchen - Der illegale Welpenhandel
Wühltischwelpen-Nein, Danke!

[1]-[2]http://www.vdh.de/daten-und-fakten.html
[3]-[9]http://www.retriever-in-not.de/
[10]http://ww.vdh.de/welpen-sind-keine-ware.html
[11]http://www.vier-pfoten.de/kampagnen/heimtiere/welpenhandel/die-hundemafia/
[12]http://www.wuehltischwelpen.de/checkliste-welpenkauf.html

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