Zoohandlungen

Wenn man sich ein Haustier anschaffen möchte, stellt sich zunächst die Frage, woher man es am besten holt. Aus dem Tierheim, aus zweiter Hand, vom Züchter oder einer Zoohandlung?

Viele Zoohandlungen beschränken sich auf den Verkauf von Zubehör, doch einige bekannte Ketten oder regionale Anbieter bieten immer noch lebende Tiere zum Verkauf an. Dabei wird leider oftmals eher aus Profit gehandelt, als das Wohl der Tiere in den Vordergrund zu stellen. Die Tiere werden als "Ware" zu möglichst niedrigen Preisen verkauft, wobei in der Regel nicht auf artgerechte Lebensbedingungen oder die Kompetenz der zukünftigen Halter geachtet wird.

Der Trend geht immer mehr auch zum Verkauf von exotischen Tieren. © PeTA

In Tierheimen z.B. achten die Mitarbeiter sehr genau darauf, an wen sie ein Tier vermitteln. Dies ist in Zoohandlungen leider nur selten der Fall ist, da es meistens nur darum geht, möglichst schnell gutes Geld zu machen. [1] In der Regel werden dort Kleintiere wie z.B. Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster verkauft. Außerdem wird das Bild vermittelt, dass man sie "mal eben als Kuscheltiere für die Kinder mitnehmen kann". Aber auch diese Tiere haben anspruchsvolle Bedürfnisse, die dort nicht ausreichend vermittelt werden können. Gerade auf die artgerechte Größe des Käfigs oder die strikte Ablehnung der Einzelhaltung bei Kaninchen und Meerschweinchen sollte Wert gelegt werden, was aber kaum geschieht.
Die Käfige sind in erster Linie darauf ausgelegt, dass die Tiere für potentielle Käufer gut sichtbar sind. Also werden ihnen die Versteckmöglichkeiten größtenteils vorenthalten, was für die scheuen Fluchttiere absolut nicht artgerecht ist. Durch ihre hohe Vermehrungsrate sind Kleintiere für die Betreiber als Geldquelle sehr interessant. So werden z.T. absichtlich beide Geschlechter in ein Gehege gesetzt, damit sie für Nachwuchs sorgen.
Auch ein "Mitleidskauf" hilft den Tieren nicht, denn damit unterstützt man höchstens den Betreiber, der das Tier sofort durch ein Neues ersetzen wird. Zudem unterstützt man damit auch unseriöse Züchter, die Zoohandlungen mit Tieren beliefern. Auch sie achten in erster Linie auf den Profit und die schnelle Vermehrung der Tiere. Die meisten Nagetiere haben durch den Stress und die schlechten Lebensbedingungen nur eine kurze Lebensdauer und viele Muttertiere überleben die ständige Vermehrung nicht lange. Auch wenn die Tiere bei ihren Haltern ein artgerechtes Leben führen könnten, sind viele schon vorher durch falsche Ernährung und ständig wechselnde Artgenossen geschwächt. Zoohändler verfüttern meist ihre eigenen Produkte. Die im Laden angepriesenen Knabberstangen und Leckerli sind oft gesundheitsschädlich und keineswegs als artgerechtes Futter anzusehen. Außerdem verfügen die Zoohandlungen in der Regel nicht über entsprechend ausgebildete Mitarbeiter, welche sich mit den Bedürfnissen der Tiere auskennen, sondern nur über Verkaufspersonal. [2]

In Tierheimen warten Hundewelpen oft vergeblich auf ein Zuhause © Animalia

Seit Januar 2012 werden in einer Zoohandlung in Duisburg sogar Hundewelpen angeboten. Die jungen Hunde werden viel zu früh von ihrer Mutter getrennt und werden ohne erwachsene Hunde und ohne menschlichen Kontakt in einem reizarmen Zimmer gehalten. Dies passiert in ihrer Prägephase, sie verpassen in dieser Zeit viele wichtige Lernerfahrungen und sind somit nicht optimal auf das Leben als Familienhund vorbereitet. Ein Hund verlangt mehr von seinem Besitzer als ein Nagetier, stellt höhere Haltungsansprüche und fordert mehr Zeit. Deshalb sollte die Anschaffung eines Hundes(-welpen) nur nach ausführlicher Beratung und nicht spontan erfolgen. Genau darauf spekuliert aber der Betrieb in Duisburg, indem er ausschließlich kleine Welpen verkauft, um die Menschen so zum Kauf wegen des Niedlichkeitsfaktors anzuregen, statt sich vorher ausreichend Gedanken darüber zu machen. Wenn sich dann mit der Zeit herausstellt, dass man der Erziehung des Hundes gar nicht gewachsen ist, landet dieser häufig im Tierheim und muss erneut auf ein Zuhause warten. [3] Fraglich ist auch, was mit den Welpen passiert, die nicht verkauft werden. Denn erwachsene Hunde sind für eine Zoohandlung nicht mehr profitabel.

Das Traurigste an der ganzen Sache ist aber, dass unzählige Tierheimtiere im In- und Ausland sehnlichst auf ein liebevolles Zuhause warten, welches ihnen durch den Kauf von Tieren aus der Zoohandlung verwehrt bleibt.
[1] http://www.gegen-zooladenkäufe.de
[2] http://www.diebrain.de/nh-zooladen.html
[3] http://www.peta.de/zajac

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Aufgrund vermehrter Anfragen möchten wir darauf hinweisen, dass wir kein eigenes Tierheim führen und daher keine Auslandseinsätze vermitteln können.

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